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Denise Lallich

CHRD: Ein Ort des Gedenkens und des Nachdenkens Treffen mit einer ehemaligen Kämpferin der Résistance

Denise Lallich, ehemalige Widerstandskämpferin und Zeitzeugin im CHRD

Denise Lallich, die sich im Alter von 16 Jahren der Résistance angeschlossen hatte, gehört zu den wertvollen Zeitzeugen im Zentrum für die Geschichte der Résistance und der Deportation (CHRD). Sie erzählt von ihrer Vergangenheit innerhalb der Lyoner Widerstandsorganisationen…

Können Sie das CHRD kurz vorstellen?

Das  CHRD  ist ein Zentrum für Geschichte: Es ist mehr als ein Museum, denn es lädt die Besucher dazu ein, sich auf Begegnungen einzulassen und Fragen zu stellen. Es wurde übrigens vor Kurzem neu gestaltet, um den Erfahrungsberichten noch mehr Raum zu geben. Man findet hier historische Informationen, nachgestellte Situationen, Gegenstände - Fallschirme, Waffen, die Uniform eines Deportierten, Gasmaske - aber vor allem diese wertvollen Erfahrungsberichte von Mitgliedern der Résistance. Und schließlich kommen auch Beteiligte wie ich hierher, um ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Zusätzlich zu dieser Dauerausstellung bietet das CHRD auch wechselnde Ausstellungen und beherbergt ein sehr reichhaltig ausgestattetes Dokumentationszentrum.

Wie wurden Sie im CHRD tätig?

Ich habe vor allem Schülern erzählt, was wir damals erlebt haben. Für mich war das eine ganz wesentliche Aufgabe, denn die Erinnerung ist sehr wertvoll. Man muss sich immer vor Augen halten, dass der Mensch zum Schlimmsten fähig ist, um dagegen gewappnet zu sein und man muss immer von neuem wiederholen, dass man sich grundsätzlich auf seine eigene Urteilskraft verlassen muss und man nicht blindlings gehorchen darf.

Erinnern Sie sich an besondere Momente im CHRD?

Ich habe hier Kinder weinen sehen, als sie die Schrecken des Krieges entdeckten. Ich erinnere mich auch ganz besonders an eine Lehrerin, die weinend vor dem CHRD stand, als ich sie ansprach. Sie hatte gerade herausgefunden, was sich hinter der Vergangenheit ihres Großvaters, eines Milizsoldaten, verbarg und sie entdeckte gleichzeitig, dass die von ihren Eltern vertretenen Ideen nicht dem entsprachen, was sie sich immer vorgestellt hatte…

Wie sind Sie zur Résistance gestoßen?

Mit 16 Jahren wurde ich Verbindungsagentin, denn mein Bruder war in einer Widerstandsorganisation, die bestimmte Dinge heimlich befördern musste... Damals nahm ich mein Fahrrad, um Gegenstände oder Nachrichten zum Verleger Eugène Pons zu bringen. Ich wurde niemals verhaftet: mit meinem jungen Gesicht und meinem fröhlichen Gemüt machte ich niemandem Angst!

Dann, als die Deutschen 1942 die freie Zone besetzten, nutzte ich meine Fähigkeiten in kalligraphischer Gestaltung zur Herstellung von falschen Papieren im Untergeschoss der Universität. Zu dieser Zeit musste ich mich verstecken, denn viele Kameraden wurden erschossen. Ich war auch Mitglied der FUJ, der Vereinigten Kräfte der Jugend.

Mit dieser Vergangenheit ist meine Tätigkeit hier an diesem Ort, wo Klaus Barbie Widerstandskämpfer gefoltert hat, eine schöne Art der Vergeltung.

www.chrd.lyon.fr

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Kommentare

dtyler

25/05/2016 14:34

thank you for preserving the history of the bravery and sacrifices of members of the resistance

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