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Marie Schoefer, musée des tissus
Façade - Art et Décoration du jardin du Musée des Tissus

Das Textilmuseum (Musée des Tissus)

Marie Schöfer, leitet das Restaurationsatelier des Musée des Tissus

Marie Schöfer leitet das Restaurationsatelier des Musée des Tissus.

Mit vor Begeisterung funkelnden Augen und viel Enthusiasmus zeigt sie uns die außergewöhnlichsten Stücke.
Das Museum? Diese Räumlichkeiten beherbergen einzigartige Stücke mit spannender Geschichte. 

Wie sind Sie zur Restauratorin geworden?

Ich habe auf dem Dachboden die alten Kleider der Großmutter gefunden.Ich dachte mir: warum sollte man die nicht, genau wie man es mit Kunstwerken auch tut, restaurieren? So habe ich mich also in der Fondation Abbeg in der Schweiz ausbilden lassen. Nach meiner Rückkehr 1978 war ich die erste Textirestauratorin Frankreichs.

Wann wurde das Musée des Tissus gegründet?

Das Museum wurde von der Handelskammer Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Der Präsident M. Aynard wollte ein Stoffhaus gründen, so wie das Museum von London, um die geschichtlichen Kenntnisse über Textilien zu vertiefen. Am Anfang waren diese Textilien zwar noch nicht restauriert, aber schon eingerahmt. Das erste Atelier für Textilrestauration wurde 1986 gegründet.

Bis wann reichen die ersten Textilien des Museums zurück?

Ebenso wichtig wie die Sammlung des Louvre, stammen manche Stücke aus dem 3. Jahrhundert und wurden während der Ausgrabungen von Antinoë in Ägypten gefunden, wo die Sarkophage viele Schätze bargen. Wandteppiche mit Fischen, langärmelige Kaftane, persisch inspirierte Beinschützer. Stellen Sie sich diese Kleidung in weiß vor. Die Beschädigung der Zellulose der Textilien verleiht ihr diese wollweiße Farbe. Durchqueren Sie einmal den großen Teppichsaal mit seinen leicht schrägen Wänden (um das Gewicht der Teppiche gut verteilen zu können und zu verhindern, dass die Wände sich dadurch verformen) und bis zu den Mittelaltersälen im ersten Stock. 

Was sind Ihre Geheimtipps als Restauratorin?

Die Säle quellen schier über vor wunderbaren Schätzen deren Geschichte einfach atemberaubend spannend ist. Die Kleider wurden von bedeutenden historischen Personen getragen und zeugen von deren Lebensweise, dem Prunk der aufeinanderfolgen Epochen und den komplizierten Webtechniken! Beispielsweise gibt es hier ein dreifarbiges Messgewand aus Velours broschiert mit Gold aus Italien, wo die damaligen Webermeister herkamen. Die sizilianischen Textilien aus dem 12 und 13. Jahrhundert aus Seide und Goldfäden bestehend, wurden aus mit Blattgold vergoldeter Darmmembran hergestellt und schließlich verwebt. Nicht zu verpassen: Der Wams von Charles de Blois von 1364, der aufgehoben und nach seiner Seligsprechung zur Reliquie wurde. Zivilbekleidung in so gut erhaltenem Zustand ist äußerst selten. Aus persischer Seide gewoben, sollte dieses luxuriöse Kleidungsstück unter der Rüstung getragen werden, damit Charles de Blois direkt nach dem Kampf seine Rüstung ablegen und sich zu den Festlichkeiten begeben konnte! L'Arbre de Jessé gehört zu einem der Schönsten der Welt erhaltenen Stücke. Diese englische Stickarbeit war in Europa hoch angesehen und war das Objekt königlicher und kirchlicher Begierde und wurde häufig geordert. Allerdings bleibt das in Lyon vorhandene Exemplar unübertroffen. Auf dem Medaillon, dass das Bett von Diane de Poitiers im Schloss von Anet schmückte, ist sie selbst mit Henry II und Catherine de Médicis, dem Tod eines Bären beiwohnend, zu sehen.

In welchem Zustand werden die Kostüme bei Ihnen abgeliefert?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche sind in sehr gutem Zustand, andere nur noch Lumpen, die schon einige Epochen durchgestanden haben. Wir versuchen letztendlich die Spuren zu lesen auf dem, was noch übrig ist um zu verstehen, was wir zu tun haben.

Zu welcher Zeit war die Seidenindustrie von Lyon ganz besonders groß?

Das 18. Jahrhundert war die Glanzzeit der Seidenindustrie von Lyon:  man fertigte die Garderobe der Kaiserin Joséphine an, von der das Museum einige erstklassige Exemplare besitzt. Joséphine ließ etwa 200 Kleider pro Jahr anfertigen und lud regelmäßig ihre Freundinnen ein, um ihnen ihre Kleider zu schenken. Es gibt hier vieles zu entdecken und zu sehen. Bevor man geht, sollte man den Umweg zur Museumsboutique auf sich nehmen, in der es Bücher, Seiden- und Dekoartikel sowie Geschenkideen in Hülle und Fülle und für alle Budgets gibt.

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